Bei der Auswahl eines DJ-Plattenspieler gibt es einiges zu beachten. Hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Unterscheidungskriterien:
Antrieb:
Es gibt verschiedene Arten, um eine Vinylplatte in Drehung zu versetzen:
Belt-Drive (Riemenantrieb):
Hierbei wird der Plattenteller durch einen Riemen angetrieben, was den Vorteil hat, dass die Vibration des Motors vom Plattenteller ferngehalten wird. Zusätzlich produziert der Riemenantrieb einen guten Klang. Gegen einen Einsatz im DJ-Bereich sprechen allerdings der recht hohe Verschleiß an Riemen und die längeren Hochlaufzeiten.
Direct-Drive (Direktantrieb):
Im Vergleich zum Plattenspieler mit Riemenantrieb haben direktangetriebene Turntables zumeist einen stärkeren Motor. Dieser befindet sich unmittelbar unterhalb des Plattentellers. So entsteht eine gemeinsame Achse, die extrem kurze Hochlaufzeiten zur Folge hat und somit eine Wartung des Gerätes – in der Regel – nicht erfordert. Bei DJs erfreut sich diese Art des Antriebs hoher Beliebtheit. In professionellen Studios kommt sie ebenfalls zum Einsatz.
Motor:
Für ansprechende Vinylakrobatik ist ein sehr starker Antriebsmotor und eine schnelle Anlaufzeit zur empfehlen, während beim Mixen beispielsweise eine niedrige Einstellung mit 1,5 kg/cm verwendet werden kann. Kommt es jedoch zum harten Scratch-Einsatz, dann sollten DJs sich auf einen super starken Motor – beispielsweise bis zu 4,5kg/cm – und eine Startgeschwindigkeit von 0,2 Sekunden verlassen.
Tonarm:
Verantwortlich für einen exakten Lauf des Tonabnehmers in der Schallplattenrille ist der Tonarm. Denn dort ist Tonabnehmer befestigt.
S-Shape Tonarm:
DJ-Plattenspieler haben meist eine S-Form. Sie sind um einen Punkt drehbar gelagert und können mittels eines Gegengewichts in ihrem Auflagegewicht eingestellt werden. Eine Antiskating-Vorrichtung gleicht die zur Mitte des Plattentellers gerichtete Kraft aus. Meist greifen Techno-und House-DJs auf die gebogenen Tonarme zurück, denn diese ermöglichen eine robustes und zuverlässiges Handling und zeichnen sich durch einen geringen Spurfehlwinkel aus.
Tonabnehmer:
Der Tonabnehmer besteht aus einer Nadel, einem Nadelträger und einem Wandler (im DJ-Bereich Moving Magnet, genannt auch MM). Die Spitze der Nadel kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen und elliptisch oder sphärisch geschliffen sein.
Elliptisch:
Sie sind zu Recht die teureren Nadeln, da sie mehr Informationen aus der Rille herauslesen und verarbeiten können. Zudem sind sie lauter und ermöglichen die Abbildung eines größeren Frequenzspektrums. Einzig den höheren Verschleiß des Vinyls muss man in Kauf nehmen. Für das Digitalisieren in den eigenen vier Wänden sind die elliptischen Nadeln bestens geeignet.
Sphärisch:
Es sind runde Nadeln, die von DJs beim Auflegen bevorzugt werden. Scratch-Akrobaten können aufatmen, da die Vinylscheibe weniger stark abgenutzt wird.
USB-Plattenspieler:
Hat im Gegensatz zum normalen Plattenspieler, schon einen zusätzlichen Phono-Vorverstärker eingebaut und bietet mit seinem USB Interface eine einfache und schnelle Möglichkeit die Plattensammlung zu digitalisieren.
Pitch:
Unverzichtbar für den DJ. Mit diesem Controller kann der Plattenaufkleber Einfluss auf die Geschwindigkeit der Umdrehungen nehmen und somit Übergänge fließend gestalten. Die heute gängigen Umdrehungsgeschwindigkeiten bei Plattenspielern liegen bei 33 1/3 und 45 Umdrehungen pro Minute (U/min). Der Pitchbereich gibt an, um wie viel Prozent die ursprüngliche Umdrehungsgeschwindigkeit der Platte schneller oder langsamer wiedergegeben wird. Hierbei sind heutzutage bis zu +/- 50% möglich.
Beatcounter:
Um die Anzahl der Beats per Minute (BPM) in einem Song zu kontrollieren, hat der DJ den Beatcounter als Unterstützung. Durch ihn kann man die Übergänge von unterschiedlich schnellen Stücken bestens durchführen.